Jesango The New Fair – Mitgründerin Catja im Interview

Jesango The New Fair – Mitgründerin Catja im Interview

Mit wieviel Jahren hast du dich Selbstständig gemacht?

Mit 32 Jahren   

 

Was hat dich dazu bewegt?

Anders als bei meinen beiden Mitgründerinnen, war ich war nie jemand, der gesagt hat, dass ich mal etwas gründen möchte. Ich kam über das Produkt und mein eigenes Bedürfnis nach einem Shop wie jesango zum Gründen.  Ich konnte es nicht glauben, dass das noch niemand gemacht hatte und war dann direkt Feuer und Flamme. So hat sich das ganze schnell Verselbstständigt. Aber auch in meinen vorherigen Jobs war ich immer ein Initiator und am glücklichsten, wenn ich wirklich etwas auf die Beine stellen konnte.

 

Wie sieht dein Tag als Unternehmer so aus?

Jeder Tag ist anders und stellt uns vor viele Herausforderungen. Aktuell haben wir aber jeden Morgen ein Teammeeting um uns auch in Zeiten von Corona mindestens einmal am Tag alle in der großen Runde zu sehen. In dem Termin wächst in der Regel dann auch die To Do Liste nochmal deutlich an. Da ich mich bei uns um das Marketing und unsere Website kümmere, verbringe ich viel Zeit mit unseren Marketingzahlen und mit dem Code unseres Online-Shops. Bei jeder Bestellung die bei uns eingeht, feiern wir innerlich eine kleine Party. Das gibt den ganzen Tag über gute Motivationsschübe. Viele Videokonferenzen und Telefonate innerhalb unseres Teams pro Tag machen das Selbstmanagement etwas schwieriger, aber wir werden von Tag zu Tag auch hier effizienter.

 

Was wollt ihr mit eurem Unternehmen erreichen?           

Wir haben wirklich großes vor! Wir wollen nicht nur die größte Fair Fashion Community werden sondern wir haben die Vision dafür zu sorgen, dass Fair Fashion zur Normalität wird. Aktuell ist die konventionelle Modeindustrie Industrie der größte Umweltverschmutzer weltweit und tausende von Menschen arbeiten unter undenkbaren Bedingungen und setzen jeden Tag Ihr Leben aufs Spiel, damit wir unser zwanzigstes 5€ T-Shirt im Schrank liegen haben. Wir möchten hier aufklären – ohne erhobenen Zeigefinger. Mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass am Ende des Tages immer jemand dafür bezahlt wenn wir unbedarft Mode konsumieren. Unser großes Ziel ist es nicht nur dem Konsumenten eine gute Pattform zu bieten, sondern die gesamte Branche zu professionalisieren und besonders kleinen Fair Fashion Labels zu helfen zu wachsen. Daher werden wir auch ein B2B Geschäftsmodell launchen in dem wir als Fulfillment-Dienstleister auftreten.Wir werden der zentrale Knotenpunkt für fairen Handel in Europa.

 

Kannst du dir Vorstellen für immer Unternehmer zu sein?

Definitiv. Auch wenn sich die Vorteile des Angestellten-Daseins wie auf einem silbernen Tablett präsentieren, sobald man selbstständig ist, ist für mich diese Entscheidung ganz klar.

 

Was sind die Vorteile deines Produktes?

Wer bei jesango shoppt muss sich keine Gedanken machen, ob die Produkte im Angebot wirklich aus fairen und nachhaltigen Produktionen stammen. Bei uns gibt es keine Kompromisse und kein Greenwashing. Wir bieten auch einen Mitgliederbereich, für den man sich kostenlos und vollkommen unverbindlich anmelden kann. Dort findet man alle 48 Stunden neue und exklusive Angebote. Wir bieten hier aktuelle Kollektionsware für kurze Zeit zu einem Vorteilspreis an.

 

Hast du in dem Bereich eine Ausbildung gemacht?

Mit Fashion hatten wir alle im Gründerteam noch gar nichts vorher zu tun. Ich habe Medienmanagement mit Schwerpunkt PR und Kommunikation studiert, was mir jetzt im Marketing Bereich definitiv zu Gute kommt. Besonders hilfreich ist jedoch meine zehnjährige Berufserfahrung, die ich in diversen Unternehmen gesammelt habe.

 

Was waren die schwersten Momente in deiner Selbstständigkeit?

Jeden Tag begegnen wir neuen Herausforderungen. Seien es behördliche Themen, Probleme mit der Website oder auch persönlicher Stress. Einer der schwersten Momente war für uns auf jeden Fall als sich unsere ehemalige Co-Founderin, Alina, dazu entschlossen hat das Founder Team zu verlassen. Da ist man gefühlt schon in ein kleines Loch gefallen. Jemand aus den eigenen Reihen steht plötzlich nicht mehr genug hinter dem Thema um weiter zu machen. Nachdem wir das mal ein paar Tage haben sacken lassen, konnten wir aber klar und deutlich erkennen, was uns diese neue Situation wieder für Möglichkeiten bietet. Denn zum Einen entscheidet man sich selber in so einem Moment nochmal ganz bewusst “Ja, ich will das unbedingt” und zum Anderen hatten wir dadurch auch wieder die Chance uns im Gründerteam neu aufzustellen und gezielt nach jemanden zu suchen, der uns perfekt ergänzt. Das haben wir auch gemacht und wir freuen uns sehr mittlerweile wieder zu Dritt zu sein.

 

Wie war es die ersten Mitarbeiter einzustellen?

Vollkommen verrücktes Gefühl. Vor allem der Gedanke “Ich hatte irgendwann mal eine Idee und jetzt wird eine Person im Lebenslauf jesango als Berufserfahrung stehen haben”. Ähnlich verrückt war das Gefühl, als wir in unser erstes Büro gezogen sind. Man hat bis zu solchen Meilensteinen nie das Gefühl eine echte Firma zu sein. Solche Momente führen einem dann vor Augen: doch, du hast eine echte Firma.

 

Musst du auch mal für Mitarbeiter einspringen?

Ja, das passiert aktuell noch täglich. Besonders jetzt im Home Office ist die Delegation von To Dos viel schwieriger und man übernimmt wieder viel operative Arbeit.

 

Fällt es dir leicht Aufgaben an andere zu geben?

Ja, ich gehöre auf jeden Fall zu den Personen die gut abgeben können. Ich hätte trotzdem gedacht, dass es mir noch viel leichter fällt, als es in der Realität dann oft ist. Liegt aber auch mehr an der Zeit die man sich für die Übergabe dann nehmen muss.

 

Willst du mal mit deinem Unternehmen expandieren?

Definitiv. Sind wir auch bereits, wenn man Österreich gelten lässt. 🙂 Als nächste Länder stehen bei uns BeNeLux und Frankreich auf dem Plan.

 

Was wäre dein Tipp an jemanden der sich selbstständig machen möchte?

Einfach loszulegen und zu machen. Eigene Erfahrungen sammeln und lernen das Bauchgefühl wieder zu hören und zu vertrauen. Jeden den man zu dem Thema befragen wird, hat eine ganz klare und starke Meinung. Wichtig ist, dass man von guten Leuten lernt, aber dennoch immer seinen eigenen Weg geht.

 

Hast du alles selbst finanziert oder einen Kredit aufgenommen?

Wir haben bisher alles selbst finanziert und öffnen nächsten Monat unsere erste Finanzierungsrunde für Investoren und Business Angels.

 

Für was stehst du und dein Unternehmen ?

Wir stehen dafür, dass fairer und nachhaltiger Konsum schon lange nicht mehr zu teuer, unsexy und unbequem ist. Wir finden alle Herausforderungen die Kunden aber auch Firmen aus dieser Branche haben und räumen sie aus dem Weg. Wir sind das Neue Fair und sind genauso stylisch und convenient wie die Großen Onlinehändler und werden beweisen, dass unternehmerisches und soziales Handeln sehr wohl in Einklang zu bringen sind.

 

Homepage: www.jesango.de

Instagram: jesango_

 

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